In letzter Zeit gab es im Bereich des grenzüberschreitenden E-Commerce mehrere bedeutende Ereignisse: Zum einen steht die Abschaffung der US-amerikanischen T86-Steuerbefreiung bevor, zum anderen gibt es neue Wendungen im Übernahmefall von TikTok in den USA. Beide Ereignisse haben erhebliche Auswirkungen und Herausforderungen für die Branche mit sich gebracht.

Abschaffung der T86-Steuerbefreiung: Logistikdienstleister werden unruhig
Die US-amerikanische T86-Steuerbefreiung wird ab dem 2. Mai 2025 offiziell abgeschafft, was bedeutet, dass Sendungen mit einem Warenwert von ≤ 800 US-Dollar nicht mehr von der zollfreien und schnellen Einreise profitieren.
Als „Lebensader“ des grenzüberschreitenden E-Commerce führt die Abschaffung dieser Regelung direkt zu steigenden Logistikkosten und einer Verkomplizierung der Zollabfertigungsprozesse. Aus diesem Grund haben führende Logistikdienstleister wie Cainiao, Yanwen und Orange Connex ihre Strategien angepasst.
Cainiao hat frühzeitig vorgesorgt und den Dienst für die USA-Route am 25. April direkt eingestellt; nach dem 28. April werden nicht zugestellte Bestellungen direkt zurückgeschickt.
Abbildung: Cainiao International Group Chat
Yanwen passt ab dem 25. April schrittweise an: Der Express-Schnellversand ist inklusive Steuern, die Sendungsverfolgung für Speziallinien besteuert nach Warenwert, und die Auftragserstellung für die USA-Linie im Geschäftskunden-Express wurde ausgesetzt.

Abbildung: Yanwen Logistics
Orange Connex erhebt ab dem 1. Mai eine Zollanmeldegebühr von 10,5 Yuan pro Sendung, friert 165 % des Warenwerts als Zollsicherheit ein und senkt die Obergrenze für die Einzelpaketdeklaration auf 250 US-Dollar.

Abbildung: SpeedPAK (Orange Connex)
Derzeit werden in der Branche Alternativlösungen wie T01, T11 und Reexporte über Nachbarländer getestet, die jedoch alle mit Problemen wie hohen Zollkosten und Schwierigkeiten beim Ursprungsnachweis konfrontiert sind. Es gibt vorerst keine besonders ideale Alternative. Einige Spediteure haben bereits die Annahme von Sendungen eingestellt oder verlangen hohe Sicherheitsleistungen zur Risikominimierung.
Neue Wendung im Übernahmefall von TikTok in den USA: Verkäufer sind wieder verunsichert
Kommen wir nun zum Übernahmefall von TikTok in den USA. Diese Angelegenheit hat die unzähligen Verkäufer stets in Atem gehalten. ByteDance hat sich bereits intensiv um die Zukunft des US-Geschäfts von TikTok bemüht, und nun gibt es erneut eine Wendung in der Übernahme.
Laut einem Bericht von Fox News in den USA wurde der Übernahmefall von TikTok in den USA aufgrund der eskalierenden Handelsspannungen zwischen China und den USA sowie der Uneinigkeit zwischen ByteDance und der US-Seite über Schlüsselklauseln wie Datensouveränität und Algorithmuskontrolle offiziell von der Regierungsagenda gestrichen und könnte dauerhaft auf Eis gelegt werden.
Dies ist ein weiterer schwerer Schlag für die Verkäufer auf dem US-amerikanischen TikTok Shop.
Erst im März 2025 hatte der US-amerikanische TikTok Shop eine Erholung der Geschäftszahlen erlebt, mit einem monatlichen GMV von über 1,044 Milliarden US-Dollar. Nun bringt die erneute Wendung im Übernahmefall weitere Unsicherheiten für die Zukunft.

Globale Expansion „an mehreren Fronten“
Allerdings gab es in letzter Zeit auch nicht nur schlechte Nachrichten. Die US-Zölle könnten deutlich gesenkt werden.
Am 22. April (Ortszeit) erklärte US-Präsident Donald Trump auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus, dass die hohen Zölle auf chinesische Waren „deutlich gesenkt“ würden, jedoch nicht auf null. Dies deutet auf eine mögliche Entspannung der Handelsbeziehungen zwischen China und den USA hin, was zweifellos ein positives Signal für die grenzüberschreitende E-Commerce-Branche ist.

Im südostasiatischen Markt hat TikTok angekündigt, in den nächsten fünf Jahren über 300 Milliarden THB (ca. 8,8 Milliarden US-Dollar) in Thailand zu investieren, um die technologische Infrastruktur zu stärken, Thailand zu einem digitalen Zentrum der ASEAN zu machen und durch die Ausweitung des „SOAR Together“-Programms kleinen und mittleren Unternehmen in Südostasien zu helfen, E-Commerce-Fähigkeiten zu erwerben. Der thailändische Markt verzeichnete im ersten Quartal 2025 eine GMV-Wachstumsrate von 217 %, die weltweit führend ist.
Im europäischen Markt ist TikTok Shop am 31. März 2025 in Kernmärkte wie Deutschland, Italien und Frankreich eingetreten. Zuvor waren bereits die Standorte Spanien und Irland online gegangen, was eine neue Phase der strategischen Expansion in Europa markiert.
Darüber hinaus hat TikTok Shop im Jahr 2025 den Standort Brasilien für lokale Verkäufer geöffnet, um nach dem Standort Mexiko die Präsenz in Lateinamerika weiter zu festigen. Der Standort Japan plant ebenfalls eine Öffnung für Verkäufer im Juni.

TikTok Shop eröffnet drei europäische Standorte Abbildung: ecommercenews.eu
Angesichts dieser Veränderungen wird Tuke weiterhin aufmerksam verfolgen und die neuesten Informationen bereitstellen. Gleichzeitig arbeitet Tuke aktiv an praktikablen Lösungen zur Kostensenkung, um Verkäufern in dieser turbulenten Zeit praktische Hilfe und Ratschläge bieten zu können.
Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie sich jederzeit an Tuke wenden. Gemeinsam werden wir diese schwierige Zeit überstehen.
Kurz gesagt, der Weg ist noch lang und es gibt viele Herausforderungen. Aber solange wir zusammenhalten, werden wir einen Weg finden, die Krise zu meistern und weiterhin erfolgreich in der Welle des grenzüberschreitenden E-Commerce zu segeln!



