Im niederländischen E-Commerce-Markt gab es kürzlich eine große Neuigkeit – Omoda Brands hat Wehkamp übernommen.
Das ist kein kleiner Deal. Die niederländische Verbraucher- und Marktaufsichtsbehörde (ACM) hat die Transaktion gerade genehmigt, die Fusion ist offiziell abgeschlossen. Nach der Fusion hat Omoda Brands nun vier Marken: Omoda, Assem, Wehkamp und Kleertjes.com, deren gemeinsamer Jahresumsatz fast 600 Millionen Euro erreicht.

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Manche kennen diese beiden Namen vielleicht noch nicht so gut, hier eine kurze Erklärung.
Omoda ist ein Familienunternehmen, das bis ins Jahr 1875 zurückreicht und derzeit 42 stationäre Geschäfte in den Niederlanden und Belgien betreibt. Es ist spezialisiert auf den gehobenen Einzelhandel und hat sich im Modebereich einen guten Ruf erarbeitet. In den letzten sieben Jahren hat das Unternehmen 11 Übernahmen abgeschlossen und das Expansionstempo nie verlangsamt.
Wehkamp hingegen hat einen anderen Weg eingeschlagen. Es wurde 1952 gegründet, begann mit dem Versandhandel und entwickelte sich später zu einer umfassenden E-Commerce-Plattform. Bekleidung, Baby- und Kinderprodukte, Wohnen, Garten, Sport, Elektronik – das Sortiment ist breit gefächert und hat in den Niederlanden eine treue Stammkundschaft. Beachten Sie: Wehkamp gehörte fast ein Jahrzehnt lang (seit 2015) der britischen Private-Equity-Gesellschaft Apax Partners; nach dieser Transaktion ist es endlich wieder eine niederländische Marke.
Das eine Unternehmen ist stark im gehobenen stationären Einzelhandel, das andere in der Online-Vollsortimentsplattform – die Geschäfte der beiden Firmen ergänzen sich tatsächlich gut.

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Warum also gerade jetzt fusionieren?
Letztendlich wurde dies durch äußeren Druck vorangetrieben.
Der niederländische E-Commerce-Markt wächst seit Jahren. Daten zeigen, dass der Markt für E-Commerce in den Niederlanden im Jahr 2026 etwa 40,23 Milliarden US-Dollar beträgt und bis 2031 voraussichtlich 58,22 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Der Kuchen wird zwar größer, aber es gibt auch immer mehr Konkurrenten, die sich ein Stück davon sichern wollen.
Der erste, der hereinstürmte, war Amazon. Im Jahr 2014 startete Amazon zunächst mit Büchern in den Niederlanden, führte 2017 Prime ein und öffnete sich im März 2020 offiziell für globale Verkäufer. Kürzlich kündigte Amazon an, in den nächsten drei Jahren über 1,4 Milliarden Euro in den Niederlanden zu investieren, sowohl im E-Commerce- als auch im Cloud-Geschäft. Auch der britische Einzelhändler Marks & Spencer ist bei Amazon Niederlande eingestiegen und bietet Prime-Mitgliedern Lieferung am nächsten Tag an. Der Investitionsaufwand zeigt deutlich, dass Amazon es mit dem niederländischen Markt ernst meint.

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Auf der anderen Seite ist der Einfluss chinesischer Cross-Border-E-Commerce-Plattformen in den Niederlanden ebenfalls nicht zu übersehen. Bis 2024 übertraf China erstmals andere Länder und Regionen und wurde zum beliebtesten Ziel für grenzüberschreitende Online-Einkäufe niederländischer Verbraucher, mit einem Anteil von 28 % an den Bestellungen und einem Gesamtausgabenvolumen von 434 Millionen Euro. Bis 2025 stieg dieser Anteil weiter auf 31 %. Bekleidung, DIY-Werkzeuge, Gartenbedarf – die flexible Taktik chinesischer E-Commerce-Anbieter in Bezug auf Sortiment und Preis hat im niederländischen Markt definitiv einiges bewegt.
Auf der einen Seite drängt Amazon mit Kapital und Technologie, auf der andere Seite dringen chinesische E-Commerce-Anbieter mit Preisen und Sortiment ein. Wenn die niederländischen Akteure nicht handeln, wird ihr Marktanteil nur noch weiter schrumpfen.

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Der Co-CEO von Omoda Brands sagte recht deutlich: Bei dieser Transaktion gehe es darum, „eine niederländische Antwort auf die internationalen Plattformen zu bauen“. Der Kern der Transaktion besteht darin, die über Jahre hinweg von Omoda aufgebaute Kompetenz im gehobenen Einzelhandel mit den Skalenvorteilen von Wehkamp in den Bereichen Logistikabwicklung und Technologiearchitektur zu integrieren und eine optimale Balance zwischen Kundenerfahrung und operativer Effizienz zu finden. Das endgültige Ziel ist es, mit Hilfe lokaler Markenbekanntheit und omnichannel Einkaufserlebnissen eine Wettbewerbsbarriere aufzubauen, die stark genug ist, um dem Ansturm internationaler Plattformen standzuhalten.
Für grenzüberschreitende Verkäufer sendet dieses Ereignis ein klares Signal.
Der niederländische E-Commerce-Markt wandelt sich von einer Phase, in der „jeder hereinspazieren und sich ein Stück vom Kuchen holen kann“, zu einer Phase, in der „lokale Spieler beginnen, sich zusammenzuschließen und Mauern zu bauen“. Die frühere Taktik, die sich allein auf Traffic-Käufe und Preisvorteile stützte, könnte in den Niederlanden zunehmend schwieriger werden. Nach der Konsolidierung lokaler Giganten verändern sich die Traffic-Einstiegsmöglichkeiten, die Kundenwahrnehmung und die Logistikeffizienz. Wenn Verkäufer weiterhin in diesem Markt Fuß fassen wollen, müssen sie ernsthaft darüber nachdenken, wie sie Multi-Channel-Strategien umsetzen, lokalisieren und ihre Logistikfähigkeiten verbessern können.
Die Schachpartie des niederländischen E-Commerce tritt in eine neue Phase ein.


