Die Wellen schlagen erneut hoch im Kreis des grenzüberschreitenden E-Commerce!
Die russische Regierung hat kürzlich einen bedeutenden Gesetzentwurf genehmigt, der sich auf digitale Vermittlungsplattformen konzentriert – ein beispielloser Sturm strenger Regulierung fegt derzeit über dieses E-Commerce-Terrain hinweg.
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Neue Vorschriften mit harter Hand – Verkäufer und Plattformen stehen unter „Zwang“
Im Kern zielt das neue Gesetz auf die Transparenz des Plattformbetriebs und den Schutz der Verbraucherrechte ab. Russlands Vizepremier Dmitri Grigorenko erklärte mit Nachdruck, dass die neuen Vorschriften grundlegende Regeln für den Betrieb digitaler Plattformen festlegen werden:
1. Einführung der Klarnamenpflicht für Verkäufer: Alle Marktplatzverkäufer müssen sich einer strengen Identitätsprüfung durch staatliche Registrierungsstellen unterziehen, um „Geisterverkäufer“ von Anfang an auszuschließen.
2. Vertragsbedingungen müssen transparent sein: Die Plattformen müssen sicherstellen, dass die mit den Verkäufern abgeschlossenen Vertragsbedingungen klar und transparent sind, um Grauzonen zu vermeiden.
3. Plattformverantwortung wird konkretisiert: Plattformen können sich nicht länger nur als „neutraler Marktplatz“ betrachten; die neuen Vorschriften definieren ihre Schlüsselverantwortung bei Streitigkeiten und im Verbraucherschutz klar.
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Diese Maßnahmen sind keineswegs willkürlich. Der russische E-Commerce-Markt ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Laut der Analysefirma BusinesStat werden die Marktausgaben im Jahr 2024 voraussichtlich 8,6 Billionen Rubel erreichen, ein Anstieg von 42% im Vergleich zum Vorjahr. Der Vizepremier räumte im April ein: „Über 50% des Handels findet bereits online statt.“ Doch hinter dem Boom brodeln Probleme wie Fälschungen und Streitigkeiten nach dem Verkauf immer stärker.
Einige Verbraucher haben bereits einen „Marathon der Rechtewahrung“ erlebt: Nach dem Kauf eines gefälschten Handys auf einer bekannten Plattform bestritt der Verkäufer nach der Rückgabe den Erhalt der Ware. Der Verbraucher musste zwei Monate lang Überwachungsvideos vorlegen, um seine Rechte mühsam durchzusetzen. „Wenn sich die Plattform nicht nur als ‚Vermittler‘ betrachtet hätte, hätte das vielleicht verhindert werden können.“ Die Hilflosigkeit dieses Verbrauchers spiegelt die allgemeine Problematik bei fehlender Regulierung wider. Das neue Gesetz zielt darauf ab, solche Missstände zu beenden.
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Globale Resonanz – Strenge Regulierung wird internationaler Trend im E-Commerce
Russland ist kein Einzelfall. Weltweit verabschieden sich aufstrebende E-Commerce-Märkte kollektiv von der „wilden Wachstumsphase“ und treten in eine Ära strenger Regulierung ein:
Vietnam: Harte Maßnahmen gegen Fälschungen, Plattformen übernehmen „Torwächter“-Verantwortung! Die Aussage des Vorsitzenden des vietnamesischen E-Commerce-Verbands, dass nur 2% der Plattformprodukte konform seien, erschütterte die Branche. Daraufhin griff das vietnamesische Ministerium für Industrie und Handel hart durch und stellte klar, dass E-Commerce-Plattformen die Hauptverantwortung für die Qualitätskontrolle der Produkte tragen müssen – verpflichtende Entfernung nicht konformer Produkte, Ausschluss unseriöser Verkäufer und strikte Verhinderung ihrer Rückkehr unter neuem Namen. Die Bilanz des ersten Halbjahres 2024 ist beeindruckend: Über 33.000 nicht konforme Produkte wurden entfernt, 11.000 problematische Shops wurden sanktioniert.
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Indien: Im Visier der Monopolisten, Schutz des fairen Wettbewerbs! Indische Behörden haben Razzien gegen Flipkart und Amazon durchgeführt und werfen ihnen vor, durch Algorithmen verbundene Verkäufer zu bevorzugen (z.B. durch Manipulation der Suchergebnis-Rankings), den Spielraum für kleine und mittlere Verkäufer einzuschränken und den fairen Wettbewerb zu untergraben. Obwohl die Giganten ihre Konformität beteuern, schwebt das Schwert der Regulierung bereits über ihnen.
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Der Strom der Zeit ist unumkehrbar: Konformes Wirtschaften ist der einzige Weg
Die Einführung des neuen russischen Gesetzes sowie die entschlossenen Maßnahmen in Vietnam und Indien senden ein unmissverständliches Signal: Die „wilde Bonusphase“ des globalen grenzüberschreitenden E-Commerce ist vorbei.
Für Verbraucher: Strenge Regulierung wirkt wie ein Filter, der Fälschungen, Betrug und fehlende Nachbetreuung stark reduziert. Die allgemeine Sicherheit und das Konsumerlebnis werden einen qualitativen Sprung erleben.
Für Verkäufer: Die Regeln werden neu geschrieben, die Kosten für Konformität steigen, aber gleichzeitig entsteht ein transparenteres und geordneteres Wettbewerbsumfeld. Verkäufer, die auf Grauzonen und Schlupflöcher setzen, werden gnadenlos aussortiert. Nur wer Veränderungen aktiv annimmt, Produktkonformität, ehrliches Wirtschaften und Verbraucherschutz an erste Stelle setzt, kann im Zeitalter strenger Regulierung bestehen.
Der Sturm der Regulierung ist da, der globale E-Commerce-Markt erlebt eine tiefgreifende Umstrukturierung. Sowohl Plattformen als auch Verkäufer können nur dann bestehen, wenn sie sich dem Trend zur Konformität anpassen und ihre Wurzeln in Transparenz und Integrität verankern.
Der harte Schlag Russlands ist erst der Anfang.
