Die mexikanische Steuerverwaltung (SAT) hat kürzlich eine neue Steuerpolitik veröffentlicht, die ab dem 1. Januar nächsten Jahres eine Mehrwertsteuer (VAT) von 16 % auf alle Waren erhebt, die ausländische Unternehmen über E-Commerce-Plattformen verkaufen.

Mexiko erhebt zusätzliche Mehrwertsteuer auf importierte Waren. Quelle: tbaglobal

Die Einführung dieser Politik bedeutet, dass eine große Anzahl von grenzüberschreitenden E-Commerce-Verkäufern neuen Steuerkonformitätsanforderungen gegenüberstehen wird. Dies stellt zweifellos eine erhebliche Herausforderung für viele Verkäufer dar, die auf lokale Lagerdienstleistungen wie Amazon FBA angewiesen sind.

Zusätzliche Steuerlast: Konformitätsdruck für grenzüberschreitende E-Commerce-Verkäufer

Gemäß der neuen Politik müssen alle ausländischen Verkäufer, die Lagerdienstleistungen in Mexiko nutzen, sich bei der mexikanischen Steuerverwaltung für die Mehrwertsteuer registrieren. Dies umfasst Verkäufer auf Plattformen wie Amazon FBA und Temu, insbesondere diejenigen, die keine juristische Person in Mexiko gegründet haben. Unabhängig davon, ob sie sich für den Versand über Amazon-Lager oder die Nutzung lokaler Lagerdienstleistungen anderer Plattformen entscheiden, müssen Verkäufer diese neue Vorschrift einhalten.

Um konform zu sein, müssen grenzüberschreitende Verkäufer die Mehrwertsteuer (VAT) in Mexiko registrieren und eine Steuernummer (RFC) erhalten. Wenn Verkäufer kein Unternehmen in Mexiko gegründet haben, müssen sie diese Registrierung über einen lokalen Vertreter durchführen. Nach der Registrierung erhalten Verkäufer eine Mehrwertsteuernummer und müssen monatlich eine Mehrwertsteuererklärung bei der mexikanischen Steuerbehörde einreichen, um die Konformität sicherzustellen.

Die Umsetzung dieser Politik erhöht nicht nur die Steuerlast der Verkäufer, sondern bringt auch höhere Konformitätskosten mit sich. Insbesondere für kleinere und weniger ausgereifte Verkäufer könnte diese neue Vorschrift zu einem deutlichen Anstieg der Betriebskomplexität und -kosten führen. Darüber hinaus wird der Steuerkonformitätsprozess umständlicher, da Verkäufer regelmäßig Erklärungen einreichen und die entsprechenden rechtlichen Verantwortungen übernehmen müssen.

Reaktion grenzüberschreitender Plattformen: Unterstützung, aber strenge Anforderungen

Angesichts der Änderungen in der mexikanischen Steuerpolitik haben mehrere grenzüberschreitende E-Commerce-Plattformen entsprechende Maßnahmen ergriffen, um Verkäufer bei der Anpassung an die neuen Anforderungen zu unterstützen.Amazon, Shein und Temu, die wichtigsten E-Commerce-Plattformen, haben klare Vorschriften zur Steuerkonformität der Verkäufer erlassen und verschiedene Unterstützungsmaßnahmen angeboten.

Am Beispiel vonAmazon verlangt die Plattform, dass alle Verkäufer, die FBA-Lagerdienstleistungen nutzen, eine gültige Mehrwertsteuernummer (RFC) vorlegen müssen. Wenn Verkäufer keine gültige RFC-Nummer bereitstellen, wird Amazon 20 % Einkommensteuer und 16 % Mehrwertsteuer einbehalten. Verkäufer, die eine RFC-Nummer bereitstellen, müssen nur die 16 % Mehrwertsteuer tragen. Um die Konformität sicherzustellen, müssen Verkäufer ihre Steuernummer rechtzeitig hochladen und die monatlichen Steuererklärungspflichten einhalten.

Amazons Richtlinie zum Steuereinbehalt. Quelle: tbaglobal

Shein bietet relativ flexible Regeln. Die Plattform entscheidet basierend darauf, ob der Verkäufer eine RFC-Nummer bereitstellt, ob Steuern einbehalten werden. Verkäufer ohne RFC-Nummer unterliegen dem Steuereinbehalt durch die Plattform. Verkäufer mit RFC-Nummer zahlen die Steuern selbst an die mexikanische Steuerbehörde, und die Plattform behält keine Steuern mehr ein.

Temu hat relativ strenge Anforderungen. Jeder Verkäufer, der nach Mexiko verkauft, muss eine gültige RFC-Nummer vorlegen, andernfalls wird die Plattform den Versand einstellen und regelmäßig den Steuerregistrierungsstatus des Verkäufers überprüfen. Wenn der Verkäufer die Überprüfung nicht besteht, wird sein Bestand ausgesetzt, bis das Steuerregistrierungsproblem gelöst ist.

Quelle: aus dem Internet

Obwohl diese Plattformen Dienstleistungen wie Steuereinbehalte anbieten, die einen Teil der Last der Verkäufer verringern, müssen Verkäufer dennoch regelmäßig Mehrwertsteuererklärungen bei der mexikanischen Steuerbehörde einreichen. Dies bedeutet, dass Verkäufer sich nicht nur auf die Einbehaltungsdienste der Plattform verlassen, sondern auch ihren eigenen Steuerkonformitätsstatus genau überwachen müssen, um sicherzustellen, dass die Erklärungen rechtzeitig erfolgen.

Angesichts der neuen Politik müssen Verkäufer vorausplanen

Für grenzüberschreitende Verkäufer könnte das zukünftige Steuerumfeld komplexer werden. Neben Mexiko könnten auch andere Märkte ähnliche Steuerpolitiken einführen. Daher sollten Verkäufer die Steuerentwicklungen weltweit genau verfolgen und sich auf die Reaktion vorbereiten.

Nur unter der Voraussetzung der Steuerkonformität können Verkäufer einen langfristig stabilen Betrieb aufrechterhalten und Betriebsrisiken aufgrund von Politikänderungen vermeiden.