Angesichts der drastisch gestiegenen Preise für importierte Waren aufgrund von Importzöllen erleben junge amerikanische Verbraucher einen starken Trend zum Secondhand-Kauf. Dieser Trend verändert nicht nur die heimischen Konsumgewohnheiten, sondern löst auch weltweit Kettenreaktionen aus.
Quelle: Internet
USA: Preis und Umweltbewusstsein treiben Secondhand-Konsum
Unter dem Einfluss der schwankenden Zollpolitik sind die Preise für importierte Möbel, Elektronikprodukte, Haushaltsgeräte und andere Waren stark gestiegen. Um Preissteigerungen entgegenzuwirken und günstigere Einkaufsmöglichkeiten zu suchen, richten viele amerikanische Millennials und Verbraucher der Generation Z ihren Blick auf den Secondhand-Markt.
Der jüngste von ThredUp veröffentlichte „2025 Resale Report“ zeigt diesen Wandel deutlich: Unglaubliche 68 % der amerikanischen Verbraucher der Generation Z und der Millennials kaufen Secondhand-Artikel – ein Anstieg um 3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Neben dem Preisdruck haben die jungen Generationen, die in einer Zeit wachsenden Umweltbewusstseins aufgewachsen sind, eine höhere Identifikation mit nachhaltigem Konsum, und der Kauf von Secondhand-Artikeln ist für sie ein wichtiger Weg, um ihre Umweltwerte umzusetzen.
Quelle: eMarketer
Secondhand-Kleidung: Starkes Marktwachstum mit vielversprechenden Aussichten
Unter den vielen Secondhand-Kategorien sticht Kleidung besonders hervor. Ihr deutlicher Preisvorteil macht sie zur idealen Wahl für junge Verbraucher mit begrenztem Budget, die ihren Modebedarf decken möchten. Laut ThredUp-Daten verzeichnete der amerikanische Secondhand-Kleidungsmarkt im Jahr 2024 sein stärkstes Wachstum seit 2021 – fünfmal so schnell wie der gesamte Bekleidungseinzelhandel. Besonders der Online-Secondhand-Kleidungsmarkt entwickelte sich beeindruckend mit einem Wachstum von 23 % und erreichte einen Marktwert von 22 Milliarden US-Dollar.
Mit Blick in die Zukunft bleibt der Wachstumsschub stark. Der Bericht prognostiziert, dass der Online-Secondhand-Kleidungsmarkt in den USA im Jahr 2025 nach dem aktuellen Trend auf 26 Milliarden US-Dollar steigen wird. Langfristig soll sich das Marktvolumen in den nächsten fünf Jahren fast verdoppeln und bis 2029 etwa 40 Milliarden US-Dollar erreichen.
Quelle: businesswire
Weltweite Resonanz: Secondhand-Kaufrausch erfasst mehrere Länder
Dieser von jungen amerikanischen Verbrauchern angeführte Secondhand-Kaufrausch ist kein Einzelfall; er breitet sich dynamisch in mehreren großen globalen E-Commerce-Märkten aus.
Beeindruckende globale Prognose: Forschungsergebnisse von Transparency Market Research zeigen, dass der globale Secondhand-Wiederverkaufsmarkt zwischen 2023 und 2031 voraussichtlich weiter wachsen und schließlich erstaunliche 1,3 Billionen US-Dollar erreichen wird. In diesem Zeitraum wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 13,6 % erwartet, was ein enormes Entwicklungspotenzial aufzeigt.
Quelle: globenewswire
Deutschland: Stabiles Wachstum – Markt verdoppelt sich fast: Seit 2019 haben sich die Umsätze im deutschen Secondhand-E-Commerce fast verdoppelt. Laut einem Bericht des Handelsverbands Deutschland (HDE) erreichten die Umsätze im deutschen Secondhand-E-Commerce 2024 9,9 Milliarden Euro, ein Anstieg von 7,2 % gegenüber dem Vorjahr.
Frankreich: Hohe Dynamik: Auch in Frankreich brummt das Wiederverkaufsgeschäft. Laut einem Bericht des IFM entfielen im ersten Quartal dieses Jahres bereits 10,9 % des Bekleidungsabsatzes in Frankreich auf Secondhand-Kleidung. Junge Menschen sind die treibende Kraft und tragen mit einem Marktanteil von 16,3 % bei. Bemerkenswert ist, dass die Plattform Vinted im ersten Quartal dieses Jahres Amazon und den französischen Omnichannel-Einzelhändler Kiabi im Bekleidungsabsatz überholt hat und damit in Frankreich an die Spitze aufgestiegen ist.
Quelle: nss magazine
Neuseeland: Kreislaufwirtschaft fest verankert: In Neuseeland ist das Modell der Kreislaufwirtschaft weit verbreitet. Ein Bericht von Trade Me zeigt, dass der neuseeländische Secondhand-Markt einen Gesamtwert von 5,5 Milliarden US-Dollar hat und jeder Haushalt durchschnittlich 20 Secondhand-Artikel besitzt. Kleidung, Schuhe, Accessoires sowie Haushalts- und Wohnartikel sind die beliebtesten Verkaufskategorien. Die Daten zeigen, dass in den letzten sechs Monaten fast 90 % der Neuseeländer Secondhand-Artikel gekauft haben, während fast 80 % der Befragten angaben, mindestens einen Secondhand-Artikel verkauft zu haben – ein Zeichen dafür, dass Secondhand-Transaktionen tief im Alltag der Neuseeländer verankert sind.
Quelle: Trade Me
Branchenimplikationen: Neue Richtungen und Chancen
Der Trend junger Amerikaner, aufgrund von Zöllen auf Secondhand-Konsum umzusteigen, zeigt neue Entwicklungsrichtungen für die globale Cross-Border-E-Commerce-Branche auf. Für Cross-Border-E-Commerce-Plattformen, die sich auf den Handel mit Secondhand-Artikeln spezialisiert haben, ist es wichtig, die Serviceerfahrung der Plattform weiter zu optimieren, die Qualitätsprüfungsprozesse für Waren zu verbessern und präzisere Such- und Empfehlungsfunktionen anzubieten, um die Verbraucherbedürfnisse besser zu erfüllen. Gleichzeitig sollten auch traditionelle Cross-Border-E-Commerce-Plattformen das enorme Potenzial des Secondhand-Marktes erkennen und erwägen, rechtzeitig entsprechende Geschäftsbereiche zu erschließen.
Für die breite Masse der Verkäufer ist dieser anhaltende Secondhand-Kaufrausch zweifellos ein wichtiges Marktsignal. Verkäufer können ihre Produktauswahlstrategie entsprechend anpassen, sich auf stark nachgefragte Secondhand-Kategorien konzentrieren und deren Angebot erhöhen. Angesichts der aktuellen globalen Entwicklung ist davon auszugehen, dass die von Zollbelastung, wirtschaftlichen Erwägungen und Umweltbewusstsein angetriebene Secondhand-Kaufwelle noch lange nachwirken und die globale Konsumlandschaft tiefgreifend verändern wird.



