Während globale Streaming-Giganten noch darüber nachdenken, wie sie Kurzvideos positionieren sollen, hat TikTok in den USA das Kurzserien-Geschäft bereits auf ein neues Niveau gehoben. Laut einer Meldung vom 25. März testet TikTok derzeit in den USA und einigen wenigen anderen Märkten einen brandneuen Kurzserien-Einstiegspunkt namens „TikTok Short Drama“ und hat begonnen, eigene Serien zu produzieren – damit wandelt sich TikTok vom reinen Kurzserien-Förderer zum aktiven Kurzserien-Akteur.

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Von der „Bühne“ zur „Aufführung“: TikTok steigt selbst in die Content-Produktion ein
Wenn du in letzter Zeit durch TikTok scrollst, könntest du auf einen neuen Einstiegspunkt namens „TikTok Short Drama“ stoßen. Dabei handelt es sich nicht um eine einfache Aggregation von Drittanbieter-Inhalten, sondern TikTok hat die Inhalte der zuvor übernommenen Kurzserien-App PineDrama direkt in die Haupt-App „verpflanzt“ und mit kräftiger Werbung beworben.
Noch bemerkenswerter ist jedoch, dass sich TikTok nicht mehr nur auf die Plattformrolle beschränken will. Wie aus internen E-Mails von Mitarbeitern hervorgeht, hat TikTok in diesem Monat begonnen, Schauspieler für eine neue Kurzserie zu rekrutieren, mit dem Plan, ein Werk im Stil einer Seifenoper zu produzieren. TikTok hatte die Weichen bereits früher gestellt: Bereits im November letzten Jahres hatte das Unternehmen in den USA die Marke „TikTok Drama“ angemeldet, deren Geschäftsfeld ausdrücklich die Entwicklung und Produktion von Kurzserien, Fernsehshows und Webserien umfasst.

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Was lieben die Amerikaner? Gangsterbosse, süße Kids, CEOs – und KI-Gorillas
Die beliebtesten Kurzserien-Kategorien auf TikTok sind bodenständig: Crime Lord (Gangsterboss), Cute Kids (süße Kinder) und CEO sind die drei Top-Genres.
Die größte Überraschung war jedoch eine KI-generierte Kurzserie mit dem Titel „Untamed“. Diese Parodie im Stil von „Tarzan“ wurde bereits über 500 Millionen Mal angesehen. In einer Folge ist sogar ein Eisbär zu sehen, der mit einem Bikini tragenden Gorilla tanzt, und das Ende gibt ironisch zu, dass es sich um KI-Produktion handelt.
Derzeit werden die Kurzserien auf TikTok hauptsächlich von Drittanbieter-Partnern bereitgestellt, darunter etwa 20 Mikro-Kurzserien-Firmen wie Snack Short, Net Short und Yuzu Drama, die über eine Mini-App-Funktion auf die Plattform zugreifen.

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Der US-Markt für Kurzserien ist „durchgedreht“ – selbst Netflix wird unruhig
Der Grund für TikToks Eile, in diesen Markt einzusteigen, ist die enorme Dynamik des US-Kurzserienmarktes. Laut Schätzungen der Streaming-Beratungsfirma Owl & Co. haben bereits wenige Unternehmen wie ReelShort und DramaBox dieses Nischensegment auf ein Volumen von 1,4 Milliarden US-Dollar (ca. 9,659 Milliarden Yuan) gebracht.
Noch erstaunlicher ist die Nutzerbindung. Laut Omdia-Daten übersteigt die tägliche Nutzungsdauer von US-Nutzern in Kurzserien-Apps die von traditionellen Streaming-Plattformen wie Netflix und Disney+ – ReelShort-Nutzer verbringen durchschnittlich 35,7 Minuten pro Tag, während Netflix nur 24,8 Minuten erreicht.
Kein Wunder, dass Netflix, Paramount und Disney alle planen, in diesem Jahr mehr Kurzvideoinhalte anzubieten. Bereits in diesem Monat hat Amazon in seiner Streaming-App in Indien eine Kurzserien-Funktion getestet.

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Neue Monetarisierungsansätze: IAA-Modell und KI-Webtoons werden zum neuen Trend
Laut TikTok for Business sind Kurzserien ein heißer Content-Bereich. In Bezug auf die Monetarisierung bringt das IAA-Modell (In-App-Advertising) neue Zuwächse in die Branche, während KI-generierte Webtoons (KI-Webcomics) frischen Wind in den Markt bringen.
TikTok hat bereits eine Monetarisierungsmatrix aus „mehreren Modellen + mehreren Pfaden“ aufgebaut: Einerseits ermöglicht es IAP (In-App-Käufe) über die Kurzserien-Mini-App „TikTok Minis“ und die kostenpflichtige Content-Funktion „Series“; andererseits testet es das IAA-Modell mit kostenlosen Inhalten und Werbeeinnahmenteilung.

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Eigenproduktionen könnten Konflikte zwischen „Favoriten“ und „Partnern“ auslösen
Allerdings könnte TikToks Entscheidung, selbst Inhalte zu produzieren, Unmut bei bestehenden Partnern hervorrufen. Schließlich greifen bereits rund 20 Mikro-Kurzserien-Firmen über Mini-Apps auf die Plattform zu. Sobald TikToks Eigenproduktionen bevorzugten Traffic erhalten, dürfte der Vorwurf, „zugleich Schiedsrichter und Spieler zu sein“, kaum ausbleiben.
Natürlich muss sich TikTok nicht zwingend vollständig auf die Content-Produktion konzentrieren. Das Unternehmen war bereits in Medienbereichen wie Buchverlag und Musikerdienstleistungen tätig, ohne dass dies eine ernsthafte Bedrohung für Partner darstellte. Doch diesmal, angesichts des wachsenden Kurzserien-Kuchens, will TikTok offenbar nicht länger nur die Plattform sein, die „Miete kassiert“.
Es ist absehbar: Mit dem direkten Einstieg des Super-Traffic-Pools TikTok wird sich der Wettbewerb auf dem US-Kurzserienmarkt von der „Content-Erkaufung“ hin zu einem umfassenden „Ökosystem-Kampf“ entwickeln. Sowohl eigenständige Apps wie ReelShort als auch traditionelle Streaming-Giganten müssen ihre Strategien überdenken



