Verkäufer auf Amazon haben wahrscheinlich alle diese Erfahrung gemacht: Prime Day oder Black Friday steht vor der Tür, aber die Ware passt nicht ins FBA-Lager, entweder ist die Lagerkapazität nicht ausreichend oder die Nachlieferung ist zu langsam. Man sieht dem Traffic zu, wie er kommt, aber der Bestand kann nicht mithalten. Dieses Gefühl kennt nur, wer es selbst erlebt hat.
Amazon hat diesen Schmerzpunkt offensichtlich erkannt. Am 20. August ist der Bündellagerdienst Amazon Warehousing & Distribution (AWD) von Amazon offiziell in Europa gestartet und deckt fünf Länder ab: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Diese fünf Länder sind nicht nur die größten E-Commerce-Märkte in Europa, sondern auch die Kernregion des Amazon-Geschäfts. Dies ist auch das erste Mal, dass AWD seit seiner Einführung in den USA im Jahr 2022 den US-Markt verlässt.

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Was genau ist AWD?
Einfach ausgedrückt ist AWD ein „vorgelagertes großes Lager“, das Amazon für Verkäufer bereitstellt. Du kannst große Mengen an Ware im Voraus in das Amazon-Lagersystem bringen, und Amazon füllt dann automatisch basierend auf den tatsächlichen Verkaufszahlen des FBA-Lagers nach. Du musst nicht selbst den Bestand überwachen und manuell Nachbestellungen aufgeben – das System kümmert sich darum.
Was die Gebühren betrifft, verwendet AWD ein Festpreismodell ohne langfristige Verpflichtungen. Die Lagergebühr bleibt gleich, egal wie lange die Ware gelagert wird. Konkret beträgt die Basis-Lagergebühr für die EU-Standorte €12,33 pro Kubikmeter pro Monat. Wenn du den Amazon Global Logistics (AGL)-Versand nutzt und die automatische Nachbestellquote mindestens 70 % beträgt, erhältst du einen Vorzugspreis von €11,09. Für den Standort Großbritannien beträgt die Basis-Lagergebühr £0,36 pro Kubikfuß pro Monat, der Vorzugspreis liegt bei £0,32. Zusätzlich zur Lagergebühr müssen Verkäufer auch Gebühren für Wareneingang, Warenausgang und den Transport zum FBA-Zentrum zahlen.

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Was ist der Unterschied zu normalem FBA?
Der größte Unterschied liegt in der Lagerkapazitätsbegrenzung. Verkäufer, die FBA nutzen, wissen, dass Amazon für jeden Verkäufer ein Lagerkapazitätslimit festlegt, sodass es schwierig ist, mehr Ware einzulagern. AWD kann dir helfen, diese Begrenzung zu umgehen – wenn du Ware im AWD-Lager platzierst, hast du sozusagen einen zusätzlichen „Pufferspeicher“. Selbst wenn das FBA-Lager keinen Platz mehr hat, ist die Ware im AWD-Lager gespeichert und das System kann jederzeit nachdisponieren.
Besonders während Aktionen wie Prime Day oder Black Friday sind plötzliche Bestellanstiege an der Tagesordnung. Früher kam es oft vor: Vor Beginn der Aktion wird verzweifelt versucht, Ware ins FBA-Lager zu schieben; wenn es nicht hineinpasst, bleibt nur Frust. Nach Beginn der Aktion wird der Bestand schneller aufgebraucht als erwartet, und die Nachlieferung kommt zu spät – man muss tatenlos zusehen, wie der Link ausverkauft ist. Die Logik von AWD ist, dass du die Ware im Voraus vorbereitest und das System basierend auf der Verkaufsgeschwindigkeit automatisch nachbestellt, wodurch das Risiko von Out-of-Stock-Situationen sinkt.
Außerdem ist die Lagergebühr von AWD das ganze Jahr über fest, anders als bei FBA, das in der Hochsaison die Preise erhöht. Für Verkäufer, die langfristig Ware einlagern müssen, sind die Kosten dadurch klarer kalkulierbar.

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Zusammenfassend
Der Start von AWD in Europa bietet Verkäufern, die den europäischen Markt bedienen, eine zusätzliche Option. Besonders für Verkäufer, die unter FBA-Lagerkapazitätsbeschränkungen leiden oder während Aktionen häufig ausverkauft sind, kann dieser Mechanismus zur automatischen Nachbestellung tatsächlich einige praktische Probleme lösen. Natürlich ist er nicht allmächtig – die Schwelle für die automatische Nachbestellung kann derzeit nicht individuell angepasst werden, sondern nur ein- oder ausgeschaltet werden; auch die Multi-Channel-Versandfunktion ist noch nicht verfügbar. Aber als Dienst, der gerade erst in den europäischen Markt eintritt, sind zukünftige Optimierungen und Erweiterungen durchaus vielversprechend.
Für Verkäufer, die den europäischen Markt bedienen, besteht jetzt die Möglichkeit, sich im Seller-Center über die spezifischen Nutzungsbedingungen und Gebühren zu informieren. Schließlich ist es immer eine gute Sache, wenn man das lästige Thema Bestandsverwaltung dem System automatisch überlassen kann und sich selbst weniger Sorgen machen muss.


