Mit der bevorstehenden Weihnachtssaison hat die E-Commerce-Plattform Amazon erneut bedeutende politische Anpassungen vorgenommen, insbesondere die Einführung der „Nur-Rückerstattung“-Richtlinie, die breite Aufmerksamkeit erregt hat.
Gleichzeitig beginnen Verkäufer, während sie sich mit diesen neuen Richtlinien auseinandersetzen, auch über die Möglichkeiten anderer Plattformen nachzudenken, und TikTok entwickelt sich allmählich zu einem weiteren neuen Blauen Ozean im grenzüberschreitenden E-Commerce.
Herausforderungen der Amazon „Nur-Rückerstattung“-Richtlinie
Am 12. September kündigte Amazon die Einführung der FBA-Rückerstattung ohne Rücksendung der Ware an, bei der Verbraucher eine Rückerstattung erhalten, ohne die Ware zurückzusenden. Diese neue Richtlinie soll Verkäufern in der Hochsaison mehr Flexibilität bei Retouren bieten, insbesondere für Produkttypen mit hohen Logistikkosten und komplexen Retourenprozessen.
Obwohl diese Richtlinie den Druck auf Verkäufer bei der Bearbeitung von Retouren zu verringern scheint, bereitet sie einigen Verkäufern dennoch Sorgen.
Viele Verkäufer glauben, dass die „Nur-Rückerstattung“-Richtlinie böswilligen Verbrauchern die Möglichkeit gibt, die Ware nicht zurückzusenden, aber dennoch eine Rückerstattung zu verlangen, insbesondere bei Kategorien mit ohnehin hohen Retourenquoten, was das Risiko für Verkäufer erhöht.
Darüber hinaus gilt diese Richtlinie nur für bestimmte Produkttypen; Gefahrgüter, Geschenkkarten und hochpreisige Artikel sind ausgeschlossen. Verkäufer müssen selbst abwägen, ob sie diese Funktion aktivieren.
Die Absicht von Amazon ist es, das Kundenerlebnis zu optimieren und den Einkauf bequemer zu gestalten. Bei der Umsetzung müssen Verkäufer jedoch darüber nachdenken, wie ein Missbrauch dieser Richtlinie wirksam verhindert werden kann. Mit Beginn der Hochsaison müssen viele Verkäufer sowohl dem intensiven Wettbewerb auf dem Markt als auch den Auswirkungen der Amazon-Richtlinien gerecht werden.

Erwarteter Umsatzrückgang in der US-Feiertagssaison, Verkäufer suchen nach weiteren Auswegen
Obwohl die Amazon „Nur-Rückerstattung“-Richtlinie Verkäufern mehr Optionen bietet, sind die Aussichten für die Feiertagsverkäufe nicht optimistisch. Laut dem neuesten Bericht von Deloitte wird das Wachstum der Einzelhandelsumsätze in der US-Feiertagssaison 2024 voraussichtlich 2,3 %–3,3 % betragen, weit unter den 4,3 % des Vorjahres. Diese Prognose spiegelt die Auswirkungen der Inflation auf die Kaufkraft der Verbraucher wider; sinkende Ersparnisse und steigende Lebenshaltungskosten machen die Verbraucher beim Feiertagseinkauf vorsichtiger.
Obwohl der E-Commerce-Umsatz weiterhin stark ist, wird der Wettbewerb auf traditionellen E-Commerce-Plattformen immer intensiver, und die Werbekosten steigen stetig. Dies setzt viele Verkäufer unter doppelten Druck: Einerseits müssen sie sich den Markt für Feiertagsverkäufe sichern, andererseits müssen sie auf Änderungen der Richtlinien und Plattformregeln reagieren. Angesichts dieser Situation beginnen viele Verkäufer, nach Möglichkeiten auf anderen Plattformen zu suchen, um Risiken zu streuen und neue Durchbrüche zu erzielen.
Erwarteter Umsatzrückgang in der US-Feiertagssaison, Quelle: Deloitte
Umstieg auf TikTok: Ein neuer Blauer Ozean für grenzüberschreitende Verkäufer
Da der Wettbewerb auf traditionellen E-Commerce-Plattformen wie Amazon immer intensiver wird, wird TikTok als Vertreter des Social Commerce zu einer neuen Wahl für grenzüberschreitende Verkäufer. Mit seinem einzigartigen Modell von Kurzvideos und Live-Shopping zieht es eine große Anzahl junger Verbraucher an und bietet Marken eine völlig neue Art der Ansprache.
Im Vergleich zum strengen E-Commerce-Modell von Amazon ermöglicht die inhaltsgetriebene und interaktive Erfahrung von TikTok eine direktere Verbindung zwischen Verkäufern und Verbrauchern.
Darüber hinaus erweitert TikTok Shop kontinuierlich seinen globalen Markt. Kürzlich kündigte TikTok an, im Dezember 2024 offiziell in den spanischen Markt einzutreten und damit seine E-Commerce-Präsenz in Europa weiter zu stärken.
Im Gegensatz zu Amazon liefert der Empfehlungsalgorithmus von TikTok Inhalte präzise basierend auf dem Nutzerverhalten, sodass Marken ihre Zielgruppe schneller erreichen und die Konversionszeit verkürzen können.
Auf TikTok sehen Verbraucher nicht nur Produktbilder oder Textbeschreibungen, sondern lernen Produkte durch kreative Kurzvideos, Live-Übertragungen und andere Formate anschaulich kennen. Dieses interaktive Modell senkt nicht nur die Entscheidungskosten der Verbraucher, sondern erhöht auch die Sichtbarkeit und den Einfluss der Marke.
Gleichgewicht in der Multi-Plattform-Strategie finden
Für grenzüberschreitende Verkäufer ist die Präsenz auf traditionellen E-Commerce-Plattformen wie Amazon zwar wichtig, aber die Abhängigkeit von einer einzigen Plattform birgt nicht zu unterschätzende Risiken. Insbesondere bei häufigen Richtlinienänderungen benötigen Verkäufer vielfältigere Kanäle, um Risiken zu streuen und das kontinuierliche Geschäftswachstum zu sichern.
Der Aufstieg von TikTok gibt Verkäufern eine neue Denkrichtung: Wie sie durch inhaltsgetriebene soziale Plattformen Markenbekanntheit und Verkäufe steigern und so neues Wachstum erzielen können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Verkäufer, ob sie nun auf Amazon auf Richtlinienänderungen reagieren oder auf TikTok neue Verkaufswachstumspunkte suchen, flexiblere Strategien anpassen müssen. Mit Beginn der Hochsaison sollten sie die Richtlinienentwicklungen der einzelnen Plattformen genau verfolgen, ihre Betriebsabläufe rechtzeitig optimieren und inmitten des Wandels neue Chancen finden.



