In den letzten Jahren hat die rasante Entwicklung der sozialen Medien Influencer-Marketing zu einer „Geheimwaffe“ für Marken gemacht, die international expandieren.

Ob es darum geht, Lebensstile zu teilen oder direkt Produkte zu bewerben – Influencer nutzen ihren Einfluss, um die letzte Meile zwischen Marken und Verbrauchern zu überbrücken.

Besonders in sozialmedienaktiven Regionen wie Brasilien ist die Überzeugungskraft von Influencer-Empfehlungen so stark, dass Unternehmen förmlich danach streben. Heute nimmt Tuke Sie mit auf eine tiefgehende Analyse der brasilianischen Influencer-Wirtschaft und zeigt, wie sie schnell aufgestiegen ist und Social Commerce auf neue Höhen treibt.

Laut dem Bericht „Publi 2024: Der Einfluss der Creator Economy auf Generationen in Brasilien“ von IAB Brasil ist das Vertrauen der Brasilianer in Influencer „explodiert“. Die Daten zeigen, dass 80 % der Brasilianer bereits aufgrund von Influencer-Empfehlungen Produkte gekauft haben, mit einer ebenso hohen Zufriedenheit von 80 %. Darüber hinaus verbringen viele brasilianische Verbraucher täglich durchschnittlich 1 Stunde und 40 Minuten mit dem Ansehen von Influencer-Inhalten, hauptsächlich Kurzvideos (30 Sekunden bis 1 Minute) und mittellange Videos (1 bis 15 Minuten). Instagram ist dabei die bevorzugte Plattform mit einem Anteil von 85 %, gefolgt von YouTube (77 %) und TikTok (57 %).

Quelle: Grandes Nomes da Propaganda

Brasilien ist kein Einzelfall. In Lateinamerika ist die Akzeptanz von Influencer-Empfehlungen bei Verbrauchern generell hoch. Eine Umfrage zeigt, dass im vergangenen Jahr 41 % der brasilianischen Befragten aufgrund von Influencer-Empfehlungen Produkte kauften – einer der höchsten Werte weltweit; Mexiko erreichte 29 %. Zum Vergleich: In China gaben 35 % der Befragten an, durch solche Empfehlungen beeinflusst worden zu sein, während der globale Durchschnitt bei 18 % liegt. Offensichtlich entwickelt sich der lateinamerikanische Markt zu einem „blauen Ozean“ der Influencer-Wirtschaft, dessen schnelles Wachstum Marken unendliches Potenzial bietet.

Im Vergleich zu traditioneller Werbung wirkt Influencer-Marketing zugänglicher. Es geht nicht nur um Markenpräsenz, sondern um einen vollständigen Marketing-Kreislauf von der Produktentdeckung bis zum tatsächlichen Kauf. Influencer helfen Verbrauchern, „Kaufbarrieren“ zu überwinden, indem sie Produkterfahrungen teilen, Unboxing-Videos zeigen und Bewertungen abgeben, sodass Kaufentscheidungen leichter fallen. Beispielsweise erzielte eine nur vier Tage dauernde Aktion in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, bei der lokale Influencer regionale Spezialitäten bewarben, 18.200 Bestellungen und einen Umsatz von 4,2 Milliarden Vietnamesischen Dong. Dies bestätigt die enormen Erträge der „Empfehlungswirtschaft“.

Quelle: giaoducthoidai.vn

Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Creator Economy die Interaktionsmuster zwischen Marken und Verbrauchern revolutioniert hat. Dank der Reife von Live-Streaming- und Kurzvideo-Plattformen sind die Verbindungen zwischen Marken und Verbrauchern enger und in Echtzeit. In Zukunft wird dieser Markt nur weiter wachsen und Marken mehr Kooperationsmöglichkeiten bieten. In einer Ära, in der Traffic über Käufe entscheidet, können Marken, die die Creator Economy effektiv nutzen, nicht nur Umsatzsteigerungen erzielen, sondern auch tief in die Herzen der Verbraucher vordringen und nachhaltige Loyalität aufbauen.

Hinter dem rasanten Wachstum der Influencer-Wirtschaft steht der Aufstieg des Social Commerce. Laut Daten von Statista machte Social Commerce im Jahr 2023 18,5 % des globalen Online-Umsatzes aus, und dieser Anteil steigt kontinuierlich. Bis 2028 wird der Anteil des Social Commerce am Online-Verkauf voraussichtlich auf 21,7 % steigen; die Einnahmen aus dem globalen Social Commerce beliefen sich 2024 auf 700 Milliarden US-Dollar, und bis 2030 werden sie voraussichtlich 6,2 Billionen US-Dollar erreichen.

Quelle: Statista

Angesichts der Chancen, die Social Commerce bietet, haben die E-Commerce-Giganten nicht gezögert und ihre Investitionen in diesem Bereich verstärkt. Amazon hat als Erster mit Meta und Snap kooperiert und In-App-Shopping-Funktionen auf Facebook, Instagram und Snapchat eingeführt, um neue Wege im Social Commerce zu erkunden. Darüber hinaus hat Amazon in Indien ein Creator-Förderprogramm gestartet, das Influencer umfassend unterstützt. Kürzlich hat Amazon auch auf TikTok eine In-App-Shopping-Funktion eingeführt, um den Social Commerce weiter zu testen.

Quelle: Amazon

Nicht nur Amazon, auch andere E-Commerce-Giganten bauen schnell aus. Beispielsweise hat der südkoreanische E-Commerce-Anbieter Coupang mit YouTube ein „Shopping-Partnerprogramm“ gestartet, bei dem Content-Ersteller Coupang-Produktlinks in ihre Videos einfügen können, um einfach Produkte zu bewerben. Auch Ozon aus Russland bleibt nicht zurück und hat auf der heimischen Social-Media-Plattform VKontakte Schaufensterverkäufe eingeführt. Offensichtlich setzen die Giganten auf den Social-Commerce-Bereich, um sich zukünftige Traffic-Quellen zu sichern.

Für Marken, die auf dem internationalen Markt erfolgreich sein wollen, ist die Nutzung des Doppelmotors „Influencer-Wirtschaft + Social Commerce“ zweifellos ein effizienter und schneller Weg zur globalen Expansion.