Kürzlich führte die thailändische Polizei in den Bezirken Rat Burana und Bukkhalo in Bangkok eine Blitzaktion durch, bei der fünf Lagerhäuser mit gefälschten Waren zerschlagen wurden. Vor Ort wurden 34.806 nachgemachte Produkte im Wert von bis zu 4,36 Millionen Baht (etwa 969.000 Yuan) beschlagnahmt. Obwohl die Verpackungen dieser Fälschungen täuschend echt aussahen, war die tatsächliche Qualität minderwertig. Sie gelangten über Online- und Offline-Kanäle auf den Markt und schädigten erheblich die Verbraucherrechte sowie das Image der Originalmarken.

Fünf Lagerhäuser mit Fälschungen zerschlagen Quelle: Khaosod

Die Aufklärung dieses Falls begann mit einem früheren Vorfall. Zuvor hatten die Strafverfolgungsbehörden eine Charge gefälschter Kosmetika und Parfüms beschlagnahmt und waren einem grenzüberschreitenden Verkäufer auf die Spur gekommen, der die Fälschungen aus dem Ausland importierte. Dieser Verkäufer nutzte mehrere verstreute Lagerhäuser zur Aufbewahrung der Fälschungen und wickelte die Geldflüsse über kambodschanische Bankkonten ab, um die tatsächlichen Transaktionsaufzeichnungen zu verschleiern.

Generalmajor Phattanasak Bupphasuwan, Kommandeur der thailändischen Verbraucherschutzpolizei, enthüllte, dass der Verkäufer seit drei Jahren in Thailand operierte und hauptsächlich lokale Großhändler belieferte, die die Waren dann über E-Commerce-Plattformen oder physische Geschäfte vertrieben. Aufgrund der extrem realistischen Verpackungen der Fälschungen konnten normale Verbraucher diese kaum unterscheiden, was dazu führte, dass eine große Menge nachgemachter Produkte auf den Markt gelangte. Der beschuldigte Verkäufer wurde nun wegen „gemeinschaftlichen Vertriebs nicht registrierter Kosmetika und Vertriebs von Kosmetika ohne thailändische Kennzeichnung ohne Genehmigung“ angeklagt. Alle Beweise wurden an die vierte Abteilung der Verbraucherschutzpolizei übergeben.

Bild vom Beschlagnahmungsort Quelle: Khaosod

Dies ist nicht das erste Mal, dass Thailand hart gegen Fälschungen vorgeht. Laut Daten der Steuerbehörde wurden im Jahr 2024 landesweit über 30.000 Fälle von gefälschten Waren aufgedeckt, mit einem Gesamtwert der beschlagnahmten Fälschungen von 445,92 Millionen Baht (etwa 97,56 Millionen Yuan), was einem Anstieg der Fallzahlen um 45,79 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Von Straßenhändlern bis zu E-Commerce-Plattformen weitet die Strafverfolgung ihre Kontrollen ständig aus. Allein in den letzten sechs Monaten wurden mehrere große Fälle von grenzüberschreitendem Schmuggel aufgeklärt.

Die direktesten Opfer der Flut von Fälschungen sind die Verbraucher. Eine 28-jährige Frau aus Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, erlitt schwere Gesichtsallergien und bakterielle Infektionen durch die Verwendung minderwertiger, online gekaufter Kosmetika. Ähnliche Fälle sind in Südostasien keine Seltenheit, insbesondere bei Hautpflege- und Parfümprodukten, bei denen eine große Anzahl von Produkten ohne Herstellerangaben über soziale Medien und kleine Straßenläden in Umlauf gebracht wird.

Vietnamesische Frau nach Behandlung aufgrund der Verwendung gefälschter Kosmetika Quelle: doisongphapluat

Auch die Originalmarken leiden stark darunter. Die japanische Medizingeräte-Marke Try And E erlebte die peinliche Situation, dass Fälschungen die Oberhand gewannen. Auf Amazon Japan wurde das Original-Pulsoximeter der Marke aufgrund einer Fehleinschätzung der Plattform aus dem Sortiment genommen, während die billigeren Nachahmungen weit verbreitet waren. Nach einem langwierigen Rechtsstreit erhielt die Marke schließlich eine Entschädigung von 35 Millionen Yen (etwa 1,74 Millionen Yuan).

Vergleich von echtem und gefälschtem Pulsoximeter Quelle: ANN NEWS

Die jüngste Aktion der thailändischen Polizei zeigt erneut, dass die Risiken des grenzüberschreitenden Verkaufs von Fälschungen zunehmen.

Ob durch verdeckte Zahlungsmethoden oder Strategien der dezentralen Lagerung – es wird zunehmend schwieriger, sich der Regulierung langfristig zu entziehen. Für E-Commerce-Verkäufer ist die Einhaltung von Vorschriften zur unvermeidlichen Wahl geworden, und jeder Versuch, Schlupflöcher zu nutzen, kann rechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Auch Verbraucher sollten wachsam sein und beim Kauf hochwertiger Waren nach Möglichkeit die offiziellen Kanäle der Marken oder autorisierte Händler wählen, um Verluste durch Fälschungen zu vermeiden. Mit der weltweit verstärkten Bekämpfung von Fälschungen wird der Spielraum für gefälschte Produkte in Zukunft weiter schrumpfen, und das Marktumfeld dürfte transparenter und regulierter werden.