Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte kürzlich, dassdie Zollpolitik für niedrigwertige Importwaren überprüft wird,was auf eine bevorstehende Veränderung der Handelspolitik hindeutet.

Laut Financial Times plant die britische Finanzministerin Reeves, imam 26. November vorgestellten Haushalt offiziell die Steuerbefreiung für Importpakete mit einem Wert von bis zu 135 Pfund abzuschaffen.

Diese als„Steuerbefreiung für Kleinimporte“ bezeichnete Regelungslücke ist zu einem wichtigen Kanal für ausländische Einzelhändler wie Shein und Tuke geworden, um günstige Waren nach Großbritannien zu verkaufen.

 

Bildquelle:The Guardian

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Steuerschlupfloch: Jährlicher Verlust von600 Millionen Pfund

Das derzeitige britische Zollsystem sieht vor, dass Importpakete mit einem Wert von bis zu135 Pfund steuerfrei sind, während Waren über diesem Betrag mit bis zu 25% Zoll belegt werden.

Dieses System war in Zeiten, in denen der digitale Handel noch nicht verbreitet war, vielleicht sinnvoll, zeigt aber heute, da der grenzüberschreitende E-Commerce boomt, deutliche Nachteile.

Finanzministerin Reeves hat bereits imApril dieses Jahres ein Signal ausgesendet,dass sie die Zollpolitik für„niedrigwertige Importwaren“ überprüfen wird, um sicherzustellen, dass inländische und ausländische Unternehmen unter fairen Bedingungen konkurrieren.

Diese Aussage erhielt breite Unterstützung von britischen Einzelhändlern.

 

Bildquelle:The Guardian

Bemerkenswert ist, dassNext, Sainsburys, Currys, JD Sports und Superdry als Einzelhandelsriesen weiterhin Druck auf die Regierung ausüben.

Sie beklagen, dass inländische Unternehmen für Importwaren Zoll zahlen müssen, während ausländische Plattformen steuerfrei an britische Verbraucher verkaufen können.

JD Sports Vorsitzender Andy Higginson sagte unverblümt: „Wir wollen niemandem einen unfairen Vorteil verschaffen. Wenn Sie Geld von britischen Verbrauchern nehmen, um Schulen, Straßen und andere Projekte zu bauen, dann ist es auch moralisch richtig, in Großbritannien Steuern zu zahlen.“

 

Originaltext des JD Sports Vorsitzenden Bildquelle:The Guardian

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Chinesische Pakete: Anstieg der steuerfreien Sendungen und91% Anteil

Durch dieses Steuerschlupfloch strömen kleine Pakete aus China in großer Zahl nach Großbritannien.

LautBBC verdoppelte sich der Gesamtwert der steuerfreien Kleinpakete aus China nach Großbritannien im Haushaltsjahr 2023-24 bis 2024-25 von 1,3 Milliarden Pfund auf etwa 3 Milliarden Pfund.

Diese Zahl spiegelt die Beliebtheit chinesischer Billiganbieter wie Shein und Tuke in Großbritannien wider.

Mit wettbewerbsfähigen Preisen und Social-Media-Marketing haben sie den britischen Markt schnell erobert.

Die Zahlen der EU sind noch beeindruckender:Im Jahr 2023 wurden EU-weit insgesamt 4,6 Milliarden Kleinpakete empfangen, was einem täglichen Durchschnitt von 12 Millionen entspricht. Über 91% dieser niedrigwertigen Pakete stammen aus China, was die absolute Dominanz chinesischer Produkte im grenzüberschreitenden Kleinhandel unterstreicht.

Nach dem Brexit steht Großbritannien vor einzigartigen regulatorischen Herausforderungen,und wenn Großbritannien seine Politik nicht im Einklang mit den USA und der EU anpasst,bestehtgroße Sorge, dassniedrigpreisige chinesische Waren den britischen Markt überschwemmenund Großbritannien zu einem„Zufluchtsort für Billigwaren“ wird.

 

Bildquelle:BBC

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Globaler Trend: Synchronisierte Maßnahmen in den USA und Europa

Die britische Politikänderung ist keine isolierte Maßnahme, sondern Ausdruck der Angleichung der Steuerpolitik für Kleinpakete in den Industrieländern weltweit.

Die USA haben bereits gehandelt und die Steuerbefreiung für Waren unter800 US-Dollar abgeschafft. Diese Maßnahme trat am 29. August offiziell in Kraft und markiert das Ende der US-Regelung „Mindestbefreiung“.

Für niedrigwertige Importpakete hat die EU abJulidieses Jahresdie Regulierung schrittweise verschärft, undab 2028 werden die Zollvorschriften vollständig umgesetzt. Bemerkenswert ist, dass die EU auch innovative, differenzierte Gebühren eingeführt hat.

Nach den neuen EU-Regeln wird für Direktversand-Pakete eine Bearbeitungsgebühr von2 Euro pro Paket erhoben, während für Sendungen aus lokalen Lagern nur 0,5 Euro berechnet werden. Diese Regelung soll E-Commerce-Unternehmen dazu bewegen, auf ein reguliertes lokales Lager- und Liefermodell umzusteigen.

Von Nordamerika bis Europa entstehen weltweit neue Standards für Zollpolitik. Auch Länder wie Japan, Brasilien und Mexiko bereiten ähnliche Reformen vor, was das Ende der Ära steuerfreier Pakete weltweit ankündigt.

 

Bildquelle:irish times

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Wer sich wandelt, überlebt

Die Ära des Preiskampfs durch Steuerbefreiung geht zu Ende, und der globale Handel tritt in eine neue Phase mit mehr Regulierung und Fokus auf fairen Wettbewerb ein. Für chinesische Unternehmen ist dies sowohl Herausforderung als auch Chance.

Kurzfristig wird der Kostenanstieg sicherlich Schmerzen verursachen; langfristig ist dies jedoch eine gute Gelegenheit für Unternehmen, sich zu transformieren und aufzuwerten,vom Preiskampf zur Produktqualität und Markenbildung – das ist der richtige Weg für nachhaltige Entwicklung.

Die Türen zum Weltmarkt stehen weiterhin offen, nur die Spielregeln haben sich geändert.

Unternehmen, die sich schnell an neue Regeln anpassen und ihre Wettbewerbsfähigkeit aktiv steigern,könnennicht nur auf dem britischen Markt bestehen, sondern auch weltweit mehr Chancen gewinnen.

In Zeiten des Wandels gilt: Nur wer sich wandelt, überlebt.