Im Jahr 2024 legte der französische E-Commerce-Markt eine beeindruckende Bilanz vor – der Jahresumsatz überstieg 175,3 Milliarden Euro, ein Anstieg von 9,6 % im Vergleich zum Vorjahr! Diese Zahl stellt nicht nur einen neuen Rekord dar, sondern markiert auch, dass der französische E-Commerce nach zwei Jahren verlangsamten Wachstums wieder auf die „Überholspur“ zurückgekehrt ist. Von der Kaufhäufigkeit der Verbraucher bis zum Wettbewerb der Plattformen, von Niedrigpreisartikeln bis zu lokalen Vorlieben – welche Geheimnisse verbergen sich hinter dieser „E-Commerce-Party“?
Quelle: ecommerce-europe
1. Jahresbilanz: Dienstleistungen tragen die Hälfte, Schönheitsbranche als größter Überraschungserfolg
Laut dem Bericht des französischen E-Commerce-Verbands (Fevad) entfielen 2024 auf Dienstleistungen 62 % (108,4 Milliarden Euro) des gesamten E-Commerce-Umsatzes in Frankreich, ein Anstieg von 12 % im Jahresvergleich, während der Produktverkauf erstmals seit 2021 wieder auf 66,9 Milliarden Euro anstieg, ein Plus von 6 %. Die Erholung beider Segmente ist auf das extreme Streben der französischen Verbraucher nach „Bequemlichkeit“ zurückzuführen – ob Essenslieferung, Online-Kurse oder Reisebuchungen, die Durchdringung von Dienstleistungs-E-Commerce ist tief in alle Aspekte des täglichen Lebens eingedrungen.
Bemerkenswert ist, dass die Schönheitsbranche mit einer Wachstumsrate von 18 % zum größten Highlight wurde und traditionelle Kategorien wie Mode und Haushaltsgeräte weit übertraf. Der Bericht zeigt, dass die Nachfrage französischer Verbraucher nach Hautpflege- und Gesundheitsprodukten stark gestiegen ist, insbesondere Nischenmarken und umweltfreundliche Produkte sind sehr gefragt. Beispielsweise stiegen die Verkäufe von Hautpflegeprodukten mit natürlichen Inhaltsstoffen um 25 % im Jahresvergleich, während die Suchanfragen nach Schönheitsprodukten mit nachfüllbaren Verpackungen sich verdoppelten. Im Gegensatz dazu war die Kategorie Wohnaccessoires die einzige, die „hinterherhinkte“, mit einem Umsatzrückgang von 5 % im Jahresvergleich, da einige Verbraucher auf Second-Hand-Plattformen umstiegen, um Möbel zu kaufen und Geld zu sparen.
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2. Niedrigpreisstrategie „funktioniert“: Shein und Temu setzen sich durch
„Niedrige Preise“ waren zweifellos das Schlüsselwort des französischen E-Commerce-Marktes 2024. Daten zeigen, dass der durchschnittliche Bestellwert französischer Online-Käufer stabil bei 68 Euro lag, aber der durchschnittliche Bestellwert auf asiatischen E-Commerce-Plattformen nur etwa 20 Euro betrug. Dieses „extreme Preis-Leistungs-Verhältnis“ trieb direkt das explosionsartige Wachstum der beiden Plattformen Shein und Temu voran.
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Shein: Dank des „Ultra-Fast-Fashion“-Modells stiegen die Verkäufe in der französischen Bekleidungskategorie um 12 % im Jahresvergleich, und der Marktanteil näherte sich dem lokalen Giganten Zara an. LSA prognostiziert, dass Shein Zara bis 2025 als führende Modemarke in Frankreich ablösen könnte.
Temu: Bereits ein Jahr nach dem Start belegte es den vierten Platz unter den französischen E-Commerce-Plattformen, mit durchschnittlich 18,4 Millionen monatlichen eindeutigen Besuchern (28,7 % der Gesamtbevölkerung) und einer Nutzerdurchdringung von 11,9 %. Der Erfolg liegt in der Strategie „Niedrigpreise für alle Kategorien“, von Handyhüllen für 3 Euro bis zu kleinen Haushaltsgeräten für 15 Euro, die den täglichen Bedarf der Verbraucher abdeckt.
Obwohl französische Verbraucher traditionell lokale Marken bevorzugen (79 % bevorzugen „Made in France“), siegte unter dem Druck niedriger Preise letztlich das Preis-Leistungs-Verhältnis über die „regionale Verbundenheit“.
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3. Lokal vs. International: Amazon bleibt an der Spitze, aber die Lage brodelt
Derzeit zeigt der französische E-Commerce-Plattformmarkt eine „ein Supermarkt, viele Starke“-Struktur: Amazon dominiert mit Abstand an erster Stelle, sein Umsatz ist dreimal so hoch wie der des Zweitplatzierten Cdiscount. Allerdings halten lokale Plattformen immer noch 60 % des Marktanteils, wie die Second-Hand-Plattform LeBonCoin und der Heimwerker-E-Commerce ManoMano, die durch ihre vertikale Spezialisierung weiterhin bestimmte Verbrauchergruppen anziehen.
Bemerkenswert ist, dass internationale Plattformen durch „Lokalisierung“ Vertrauensbarrieren durchbrechen. Beispielsweise hat Temu lokale Lager in Frankreich eingerichtet und die Lieferzeit auf 3-5 Tage verkürzt; Shein hat eine Kollaborationsserie mit französischen Designern auf den Markt gebracht und verspricht, bis 2030 CO2-Neutralität zu erreichen, um Umweltanforderungen zu erfüllen.
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4. Zukunftsausblick: Kann das Wachstum anhalten?
Fevad prognostiziert, dass der französische E-Commerce-Markt 2025 eine Wachstumsrate von 6 %-7 % beibehalten wird und bis 2028 ein Volumen von über 220 Milliarden Euro erreichen könnte. Aber Herausforderungen bestehen ebenfalls:
Steigende Logistikkosten: Schwankende Treibstoffpreise führen zu höheren Lieferkosten, was die Gewinnmargen kleiner E-Commerce-Plattformen drückt;
Verschärfte Regulierung: Frankreich plant ein „Umweltverantwortungsgesetz für E-Commerce-Plattformen“, das Plattformen verpflichtet, die Kosten für die Verpackungsrücknahme zu tragen, was zu Preiserhöhungen führen könnte;
Verbrauchermüdigkeit: Häufige Aktionen lassen die Empfindlichkeit einiger Nutzer gegenüber Rabatten sinken, Plattformen müssen neue Strategien wie Mitgliedschaftsmodelle und personalisierte Empfehlungen erkunden.
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Fazit
Der französische E-Commerce-Markt 2024 war sowohl ein Triumph der „Niedrigpreis-Party“ als auch ein Spiegelbild des Wandels der Konsumwerte. Ob der überraschende Aufstieg von Shein und Temu oder das beharrliche Innovieren lokaler Marken – der Wettbewerb zielt letztlich auf eine Richtung: Wer die Verbraucher besser versteht, wird sich im nächsten Wachstumszyklus einen Vorteil verschaffen.



