Die Regeln für Amazon-Lagergebühren stehen vor einer Revolution!
Diese Anpassung betrifft direkt den Geldbeutel der Verkäufer, insbesondere Händler, die rein auf Eigenversand setzen – ihre Kosten werden mit hoher Wahrscheinlichkeit steigen.
Wenn du jedoch die offiziellen Logistikdienste von Amazon nutzt, könntest du im Gegenzug sogar Geld sparen.
Wie genau geht das? Tuke schlüsselt für euch die wichtigsten Informationen aus der Ankündigung auf.
Quelle: Internet
Lagergebühren unverändert, aber Transportkosten steigen
Ab dem 1. April 2025 bleiben die Lagergebühren im Amazon Warehousing and Distribution (AWD)-Basispreis mit 0,48 USD pro Kubikfuß und Monat gleich, aber die Transportkosten steigen auf 1,15 USD pro Kubikfuß. Am schmerzhaftesten ist die Bearbeitungsgebühr: Die bisher einheitliche Abrechnung wird nun in zwei separate Posten für Einlagerung und Auslagerung aufgeteilt, jeweils 1,35 USD pro Karton. Ein Beispiel: Wenn du 100 Kartons pro Monat abwickelst, zahlst du allein für diese beiden Posten 270 USD – doppelt so viel wie zuvor.
Allerdings hat Amazon nicht alle Wege versperrt. Sie haben den alten integrierten Rabatt abgeschafft und durch zwei neue Rabattstufen ersetzt, aber die Voraussetzung ist, dass man sich an die Plattformdienste „bindet“.
Quelle: Amazon Global Selling
Geld sparen? Erst die automatische Nachfüllfunktion aktivieren
Die erste Rabattstufe heißt „Intelligenter Lagertarif“. Die Lagergebühr wird um 10 % reduziert, auf 0,43 USD. Um diesen Vorteil zu nutzen, müssen drei Bedingungen erfüllt sein: Nutzung der AWD-Automated-Replenishment-Funktion, eine automatische Nachfüllrate von über 70 % in den letzten 90 Tagen und ein Bestand der nachgefüllten Artikel in AWD- und FBA-Lagern von mindestens 70 Tagen. Kurz gesagt: Das zwingt Verkäufer dazu, ihre gesamten Bestände in die Verwaltung von Amazon zu geben.
Die zweite Rabattstufe ist noch drastischer und heißt „Amazon-Verwaltungstarif“. Die Lagergebühr wird direkt auf 0,38 USD (20 % Rabatt) gesenkt, und die Transportkosten erhalten ebenfalls 10 % Rabatt (1,04 USD). Was ist der Preis dafür? Man muss den neu eingeführten Supply Chain by Amazon Managed Service (AMS) von Amazon nutzen. Dieser Service wird als „Rundum-sorglos-Modell“ beworben: Der Verkäufer liefert nur Produktinformationen und Abholadresse, der Rest der Logistik wird komplett von Amazon übernommen.

Quelle: Amazon Global Selling
Was hat Amazon vor?
Es ist offensichtlich: Diese Anpassung zwingt Verkäufer dazu, mehr Amazon-Dienste zu nutzen. Schließlich hat die Plattform im letzten Jahr allein für Prime-Mitglieder über 9 Milliarden Pakete mit Lieferung am nächsten Tag verschickt und behauptet, den Nutzern 95 Milliarden US-Dollar gespart zu haben. Aber letztendlich müssen die Verkäufer den Druck der Logistikkosten tragen.
Amazon lieferte im letzten Jahr 9 Milliarden schnelle Lieferartikel aus Quelle: aboutamazon
Allerdings ruhen sich die Konkurrenten von Amazon nicht aus. Walmart hat kürzlich seinen Same-Day-Delivery-Service auf 93 % der US-Haushalte ausgeweitet (im Oktober letzten Jahres waren es noch 80 %). Noch beeindruckender: Ihre Lieferkosten sind im vierten Quartal erneut um 20 % gesunken – das vierte Quartal in Folge mit Kostensenkungen. Die beiden Giganten liefern sich ein Rennen um Geschwindigkeit und Kostendruck, und kleine und mittlere Verkäufer müssen mitziehen.
Die Abdeckung des Same-Day-Delivery-Service von Walmart steigt Quelle: retail dive
Der Logistikkrieg erreicht die Haustür der Verkäufer
Heutzutage konkurrieren E-Commerce-Plattformen nicht mehr darum, wessen Seite besser aussieht, sondern wessen Logistik schneller und günstiger ist.
Die Daten von Amazon und Walmart sprechen für sich: Der eine drückt die Kosten durch Skaleneffekte, der andere expandiert den Markt durch Effizienz. Für Verkäufer ist es vielleicht die sicherste Wahl, den Richtlinien der großen Plattformen zu folgen, aber man sollte nicht blind handeln. Zuerst muss man das eigene Warenvolumen, die Umschlagshäufigkeit und die Liquidität genau kennen, sonst könnten die eingesparten Versandkosten die Verluste durch Lagerüberhänge nicht decken.
Diese Gebührenanpassung ist wie ein Weckruf: Verkäufer, die in Zukunft auf „Selbstverpackung und -versand“ setzen, werden immer weniger Spielraum haben. Entweder man klammert sich an die Plattform und tauscht Dienstleistungen gegen Rabatte, oder man stellt auf eine fein abgestimmte Betriebsführung um und optimiert die Lagerumschlagshäufigkeit bis zum Maximum. In diesem Logistikkrieg werden nur diejenigen überleben, die ihre Rechnungen im Griff haben.



