Das vietnamesische Finanzministerium hat kürzlich eine "Bombe" platzen lassen.

Sie haben eine neue Steuerbefreiungspolitik vorgeschlagen, die darauf abzielt, die Einfuhrzollverwaltung für grenzüberschreitende E-Commerce-Waren zu vereinfachen. Gemäß diesem Vorschlag werden bestimmte importierte Waren im Zusammenhang mit E-Commerce-Transaktionen von der Einfuhrzollpflicht befreit.

Die Reaktionen von Verkäufern und Plattformen auf diese Politik sind gemischt – einige freuen sich, andere sind besorgt.

Heute erklärt Tuke die neuen Regelungen im Detail und erläutert die wichtigsten Punkte.

Quelle: vietnamnews

Zollfreigrenze von 78 US-Dollar, aber maximal 48 "Freistellungen" pro Jahr

Zunächst zum Wesentlichen: Vietnam hat kleinen grenzüberschreitenden Paketen grünes Licht gegeben.

Einzelbestellungen mit einem Warenwert von nicht mehr als 2 Millionen Vietnamesischen Dong (etwa 78 US-Dollar) sind direkt von der Einfuhrzollpflicht befreit.

Klingt großzügig? Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch der "Haken": Der gesamte steuerfreie Betrag pro Person oder Unternehmen darf 96 Millionen Vietnamesischen Dong (etwa 3.757 US-Dollar) pro Jahr nicht überschreiten.

Bei einem Maximalbetrag von 78 US-Dollar entspricht dies maximal 48 zollfreien Bestellungen pro Jahr. Das ist gut für gelegentliche private Einkäufe im Ausland, aber professionelle Einkaufsdienstleister oder kleine Verkäufer könnten weniger erfreut sein. Wenn Sie beispielsweise jeden Monat 4 Bestellungen mit Waren im Wert von 100 US-Dollar aus China versenden, beträgt der Gesamtwert pro Jahr 4.800 US-Dollar, aber die Steuerbefreiungsgrenze liegt nur bei 3.757 US-Dollar. Für die überschüssigen 1.043 US-Dollar müsste der volle Zoll gezahlt werden.

Allerdings hat der vietnamesische Zoll noch eine Hintertür gelassen: Die Warenklassifizierung wurde von drei auf zwei Kategorien vereinfacht. Waren wie Kleidung und Haushaltsgegenstände, die keiner besonderen Prüfung bedürfen, werden einheitlich zum Vorzugszollsatz abgewickelt; nur sensible Güter wie Lebensmittel, Tabak, Alkohol und Schmuck werden besonders überwacht.

Einfach ausgedrückt verfolgt Vietnam eine "die Kleinen laufen lassen, die Großen packen"-Strategie: Kleine Pakete werden erleichtert, große und hochwertige Waren müssen brav Zoll zahlen.

Quelle: vietnamnews

Shopee beginnt, Steuern für die Regierung einzuziehen – auf wessen Kosten geht das 1%?

Eine weitere, noch strengere Regelung verbirgt sich in der Novelle des Steuerverwaltungsgesetzes: Ab dem 1. April 2025 müssen E-Commerce-Plattformen wie Shopee für Bestellungen mit dem Status "Abgeschlossen" 1% Einkommensteuer direkt vom Verkäufererlös abziehen und an die vietnamesische Regierung abführen.

Angenommen, Sie verkaufen Handyhüllen auf Shopee Vietnam und verdienen 50 Yuan pro Bestellung. Die Plattform würde dann direkt 0,5 Yuan an die vietnamesische Steuerbehörde abführen. Das klingt nach wenig, aber Verkäufer mit geringen Margen und hohem Umsatz könnten darunter leiden. Wenn die Gewinnspanne für den Verkauf von Datenkabeln beispielsweise nur 5% beträgt, würde ein Abzug von 1% den Gewinn direkt um ein Fünftel reduzieren.

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Steuervermeidung durch Aufteilung von Bestellungen? Vorsicht vor Nachforderungen des vietnamesischen Zolls

Kaum war die Politik veröffentlicht, wurden bereits "Gegenmaßnahmen" ersonnen: Wenn eine einzelne Bestellung über 78 US-Dollar zollpflichtig ist, könnte man eine 100-US-Dollar-Bestellung doch einfach in zwei Bestellungen zu je 50 US-Dollar aufteilen, oder?

Aber der vietnamesische Zoll ist nicht auf den Kopf gefallen. Die neuen Regelungen erwähnen ausdrücklich die jährliche Obergrenze für "Organisationen oder Einzelpersonen", was genau diese Taktik verhindern soll. Wenn derselbe Empfänger häufig Kleinstpakete erhält, könnte das System dies als "Steuervermeidung durch Aufteilung" markieren. Im mildesten Fall drohen Nachzahlung und Strafen, im schlimmsten Fall eine direkte Sperrung.

Hinzu kommt, dass der Wechselkurs des Vietnamesischen Dong zum US-Dollar in den letzten Jahren stark schwankt. Sollte der Dong in Zukunft abwerten, könnte der zollfreie Schwellenwert von 78 US-Dollar in Dong angehoben werden, beispielsweise von 2 Millionen auf 2,5 Millionen Dong. Ob man dann profitiert oder verliert, hängt von der Wechselkursentwicklung ab.

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Fazit

Diese Steuerreform in Vietnam mag kurzfristig Verkäufern das Leben schwer machen, langfristig ist sie jedoch ein Zeichen für einen reifenden Markt. Ähnlich wie der heimische E-Commerce in seinen Anfangsjahren wild wuchs und später mit Rechnungsstellung und Steuerzahlung reguliert wurde.

Am Ende werden diejenigen überleben, die bereit sind, die Regeln zu studieren und sich schnell anzupassen.