Die Verbrauchsdaten für die diesjährige Back-to-School-Saison in den USA sind veröffentlicht worden, das Ergebnis ist nicht sehr optimistisch.

Laut der neuesten Back-to-School-Einzelhandelsumfrage 2025 von Deloitte werden die Ausgaben für Schüler der Klassen K-12 in den USA auf 30,9 Milliarden US-Dollar geschätzt, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu früheren Jahren darstellt. Die Ausgaben pro Schüler liegen im Durchschnitt bei 570 US-Dollar, 16 US-Dollar weniger als die 586 US-Dollar im letzten Jahr. Auch wenn der Unterschied nicht groß erscheint, ist dies der erste Rückgang nach mehreren Jahren des Wachstums und zeigt, dass amerikanische Familien beim Geldausgeben wirklich anfangen, genauer zu rechnen.

Bildquelle: chainstoreage

Zölle sind der „wahre Übeltäter“

Warum sind die Ausgaben für die Back-to-School-Saison dieses Jahr gesunken? Der Hauptgrund sind die Zölle.

Laut den neuesten Daten des US-Finanzministeriums haben die Zolleinnahmen in diesem Haushaltsjahr erstmals die 100-Milliarden-Dollar-Marke überschritten und erreichten 113 Milliarden; allein im Juni wurden 27 Milliarden eingenommen, 13% mehr als im Vorjahreszeitraum. Höhere Zölle führen zu höheren Importkosten, die letztlich auf die Verbraucher abgewälzt werden.

Bildquelle: Reuters

Zum Beispiel sind die Preise für häufig genutzte Schülerartikel wie Rucksäcke und Lunchboxen heute 15% bis 20% teurer als 2019, und ehemals preiswerte Produkte sind nun nicht mehr so erschwinglich. Nicht nur Schulartikel werden teurer, auch Lebensmittel und Alltagswaren steigen im Preis, das verfügbare Einkommen der Haushalte wird geschmälert, sodass sie gezwungen sind, an anderer Stelle zu sparen. Laut Deloitte-Umfrage haben 56% der Familien bereits begonnen, weniger Nicht-Bedarfsgüter zu kaufen, über 70% der Eltern geben an, dass sie bei zu teuren Marken auf günstigere Alternativen umsteigen, und 60% wenden sich sogar direkt an Billiganbieter.

Bildquelle: CNBC

Walmart erobert mit Niedrigpreisen Marktanteile

Obwohl die Gesamtausgaben schrumpfen, bleibt die Back-to-School-Saison ein umkämpftes Schlachtfeld für Händler. Schließlich ist diese Zeit neben den Einkaufstagen am Jahresende die umsatzstärkste. Um Eltern mit knappem Budget anzulocken, senken große Einzelhändler die Preise massiv.

Walmart zum Beispiel bietet attraktive Aktionen: Die Preise für 14 gängige Schreibwaren sind niedriger als im Vorjahr, einige Artikel kosten nur 0,25 US-Dollar, ein Set mit Grundausstattung und Rucksack gibt es schon für 16 US-Dollar, und die Gesamtausstattung für die ganze Familie kann sogar unter 65 US-Dollar bleiben. Außerdem wurde eine neue Marke namens Weekend Academy eingeführt, die sich auf Jugendmode konzentriert; die meisten Artikel kosten weniger als 15 US-Dollar, ein komplettes Outfit von Kopf bis Fuß nur 42 US-Dollar.

Letztes Jahr war Walmart mit einem Marktanteil von 46,4% die erste Wahl der Eltern für die Back-to-School-Saison. Dieses Jahr legen sie noch einen drauf: Über 200 Produkte wurden im Preis gesenkt, dazu gibt es Abholung oder Lieferung innerhalb einer Stunde, damit Eltern schnell nach der Schulliste einkaufen können.

Bildquelle: walmart

Chancen und Herausforderungen für den grenzüberschreitenden E-Commerce

Für grenzüberschreitende E-Commerce-Unternehmen, die auf den US-Markt abzielen, ist die diesjährige Back-to-School-Saison sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung. Die Chance liegt darin, dass Verbraucher mehr denn je auf den Preis achten – wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, kann Marktanteile gewinnen. Die Herausforderung besteht darin, dass Zölle die Kosten erhöhen und die Gewinnspannen schrumpfen, sodass Händler sowohl beim Preis als auch beim Service punkten müssen.

Insgesamt ist der Konsumtrend der diesjährigen Back-to-School-Saison in den USA sehr deutlich: Eltern geben ihr Geld vorsichtiger aus, günstige Produkte sind beliebter. Händler, die diese Nachfrage nutzen wollen, können sich nicht mehr nur auf alte Methoden verlassen, sondern müssen bei Preis, Qualität und Service gleichermaßen überzeugen.