In den vergangenen Jahren hat der Wandel globaler Familienstrukturen eine Reihe neuer Konsumbedürfnisse hervorgebracht. Mehr alleinlebende junge Menschen, Paare in Fernbeziehungen, Familien mit Kindern und ältere Menschen in leeren Nestern machen Fernbegleitung für viele Haushalte zu einem echten Bedarf.
Laut Data Bridge Market Research wurde der globale Markt für Begleitroboter im Jahr 2024 auf etwa 1,2 bis 1,4 Milliarden US-Dollar geschätzt. Zwischen 2024 und 2034 soll die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate dieses Marktes über 20 % liegen.
Bis 2034 soll der globale Markt für Begleitroboter ein Volumen von 94 Milliarden US-Dollar erreichen.

Quelle: Data Bridge Market Research
Der Nachfrageboom zieht immer mehr Anbieter an. Auffällig ist dabei, dass sich der Wandel der Familienstruktur nicht nur auf die Zahl der Menschen im Haushalt bezieht, sondern auch auf die wachsende Rolle von Haustieren: 2023 betrachteten weltweit bereits 57 % der Haushalte ihre Haustiere als „Kinder“.
Dieses frühe Signal einer neuen Nische wurde schon 2018 von einigen sensiblen Unternehmen erkannt. Sie sahen das Potenzial von Begleitrobotern im Haustier-Szenario und starteten mit intelligenten Familienrobotern für Echtzeitüberwachung, Patrouillen und Sicherheit. Damit erfüllten sie den Wunsch vieler Haustierfamilien, jederzeit sehen, sprechen und begleiten zu können.
Eines dieser Unternehmen ist Enabot, eine Marke für intelligente Familien-Begleitroboter aus Shenzhen.
Bis Ende 2023 wurden die Produkte der Marke bereits in mehr als 160 Länder und Regionen verkauft. Bis Juni 2025 überstieg die Zahl der weltweit betreuten Nutzer 800.000; bis Jahresende sollte sie die Marke von einer Million überschreiten.

Quelle: Enabot
Vom Haustierbedarf zum gesamten Familienszenario
Enabot wurde 2018 von Shenzhen FuZhi Technology als Marke für intelligente Familien-Begleitroboter gegründet. Die Idee entstand aus den persönlichen Erfahrungen des Teams.
Viele Teammitglieder hielten selbst Haustiere und machten sich während der Arbeit Gedanken darüber, was zu Hause geschah. Sie stellten fest, dass es zwar viele Überwachungskameras gab, diese aber meist nur eine einzelne Funktion boten und keine tiefergehende Interaktion ermöglichten.
Gleichzeitig stieg weltweit die Zahl der Haushalte mit Haustieren deutlich, und auch der Markt für Haustierkonsum wuchs weiter. Immer mehr Familien hatten genau diesen Bedarf.
So entstand im Juni 2018 offiziell die Marke Enabot.

Quelle: Enabot
Im Dezember 2019 brachte Enabot sein erstes Produkt EBO S auf den Markt, das auf Haustierbegleitung ausgerichtet war. Der kugelförmige Roboter mit Doppelketten-Design ließ sich per Smartphone fernsteuern und konnte sich bewegen sowie per Sprache interagieren.
Auf Kickstarter erreichte das Produkt bereits zehn Minuten nach dem Start sein erstes Ziel. Am Ende unterstützten mehr als 2.400 Nutzer das Projekt, und die Finanzierung überstieg 400.000 US-Dollar.
Obwohl der Start erfolgreich war, erkannte das Team schnell: Eine reine Fokussierung auf Haustiere begrenzt die Marktgröße.
Daraufhin passte Enabot seine Strategie an, brachte die günstigeren Produktlinien EBO AIR und EBO SE auf den Markt, senkte den Preis auf etwa die Hälfte der ersten Generation und ergänzte Funktionen für Familiensicherheit. Die Kommunikation verlagerte sich von Haustierspielzeug hin zu Familienbegleitung und erreichte damit breitere Zielgruppen, etwa Eltern, die per Roboter nach Kindern sehen, oder alleinlebende Nutzer, die ihr Zuhause überwachen möchten.
Genau diese Transformation half Enabot, in den Mainstream-Markt einzutreten und viele Familien für sich zu gewinnen.

Quelle: Enabot
Social-Media-Marketing: Nutzer mit echten Szenen erreichen
In der Social-Media-Ära reicht es für eine junge Marke in einer Nische nicht aus, nur ein gutes Produkt zu haben. Sie muss auch potenzielle Nutzer erreichen, ihre Bedürfnisse verstehen und die Marke sichtbar machen.
Enabot setzt deshalb stark auf Plattformen wie TikTok und YouTube, um die Produkte in realen Anwendungsszenen zu präsentieren.
TikTok: Creator-Kooperationen und lebensnahe Inhalte
Auf TikTok legt Enabot großen Wert auf Creator-Marketing. Die Marke arbeitet langfristig mit mehreren aktiven Creatorn aus passenden Bereichen zusammen und veröffentlicht kreative Kurzvideos, die vor allem reale Nutzungsszenen zeigen.
Die TikTok-Creatorin @anquashia aus dem Home- und Lifestyle-Bereich, die 580.400 Follower hat, arbeitete besonders eng mit Enabot zusammen und produzierte mehr als hundert Werbevideos für die intelligenten Begleitroboter.
Die Ergebnisse waren stark: 26 Videos erreichten mehr als eine Million Aufrufe, vier Videos sogar mehr als zehn Millionen.

Quelle: TikTok
Das erfolgreichste Video erreichte 16,7 Millionen Aufrufe und 2,2 Millionen Likes. Darin dekorierte die Creatorin den Enabot-Roboter niedlich und zeigte, wie der Roboter sie im Alltag begleitet, wenn sie allein zu Hause Langeweile hat.
Die einfache, beiläufige Darstellung machte den Nutzen des Begleitroboters greifbar: zeitgesteuerte Aufnahmen, Folgen in Bewegung, Sprachinteraktion und mehr.
In den Kommentaren äußerten viele Nutzer direkt Kaufinteresse, etwa: „Dieses Video ist der Grund, warum ich ihn gekauft habe“ oder „Alles andere ist egal, gib mir einfach den Bestellbutton!“

Quelle: TikTok
Das zeigt, wie hilfreich echte Alltagsszenen von Creatorn sein können, um Kaufwunsch und Vertrauen bei potenziellen Nutzern zu wecken.
YouTube: professionelle Reviews und emotionale Resonanz
Auf YouTube arbeitet Enabot mit Tech-Bloggern zusammen, um die Produktfunktionen in Form von Tests und Reviews hervorzuheben.
Der Tech-Kanal ShortCircuit mit 2,47 Millionen Abonnenten veröffentlichte ein Unboxing- und Review-Video zum Enabot EBO. Das Video erreichte bisher rund 370.000 Aufrufe.
In dem Video packt der Blogger den Roboter gemeinsam mit seinen zwei Töchtern zu Hause aus, richtet ihn Schritt für Schritt ein und testet Funktionen wie Videoaufnahme, Gespräch, Bewegungserkennung und Patrouille. Außerdem verbindet er den Roboter mit dem Smartphone, um Kinder und Katze zu Hause in Echtzeit zu beobachten.

Quelle: YouTube
Diese warme Szene, in der der Roboter zur Fernbetreuung von Kindern und Haustieren genutzt wird, löste besonders bei Haustierbesitzern starke emotionale Resonanz aus.
Kommentare wie „Haustiere sind nicht nur Freunde, sondern wertvolle Familienmitglieder“ oder „So bringt man Kindern richtig bei: Haustiere sind Familie“ zeigen, dass solche Inhalte nicht nur Funktionen erklären, sondern Markenbild und emotionale Verbindung stärken.

Quelle: YouTube
Kanalstrategie: eigene Website und Drittplattformen parallel
Beim Ausbau ausländischer Märkte setzt Enabot nicht nur auf Social-Media-Marketing. Auch beim Vertrieb baut die Marke mehrere Kanäle parallel auf.
Einerseits nutzt Enabot Drittplattformen wie Amazon, um Verbraucher in verschiedenen Regionen schnell zu erreichen. Andererseits investiert die Marke in eine eigene Website, um ein vollständiges Online-Vertriebssystem und stärkere Markenbindung aufzubauen.

Quelle: Amazon
Die Enabot-Website ist stark auf Nutzererlebnis ausgerichtet. Die obere Navigation ordnet die Produkte klar nach Serien, sodass Nutzer schnell passende Produkte finden können.

Quelle: Enabot
Zudem gibt es Produktleitfäden und technischen Support. Jeder Roboter verfügt über detaillierte Funktionsbeschreibungen und Nutzungstutorials, sodass Verbraucher die Produkte umfassend verstehen können.
Diese transparente Informationsstruktur hilft Nutzern, je nach Familienbedarf das richtige Produkt zu wählen, stärkt Vertrauen und unterstützt die Conversion.
Auch andere Unternehmen können von Enabots Strategie „Drittplattform + eigene Website“ lernen: Reife Plattformen liefern Reichweite, eigene Kanäle bauen Markenbewusstsein und Nutzerloyalität auf.

Quelle: Enabot
Erkenntnis: Begleitende Innovation chinesischer Marken im Ausland
Der Weg von Enabot zeigt, dass Erfolg im Ausland kein Zufall ist. Die Marke startet bei echten Bedürfnissen, bewahrt ein sensibles Marktgespür, passt die Produktpositionierung an und erreicht Zielgruppen über Social-Media-Inhalte und passende Vertriebskanäle.
Für internationale Marken aus China bedeutet das: Ein gutes Produkt ist wichtig, aber ebenso wichtig ist ein echtes Verständnis für die Nutzer.
Auslandsmärkte sind voller Herausforderungen, aber sie öffnen weiterhin Türen für Chancen. Marken, die Nutzer tief verstehen, Produkte kontinuierlich verbessern und geduldig Kanäle aufbauen, werden auf der globalen Bühne ihren Platz finden.



